Chronische Schmerzen

Wann treten chronische Schmerzen auf?

Eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen ist mit Schmerzen verbunden, wie z.B. Tumorerkrankungen, Rheuma oder Arthrose.

Chronischer Schmerz kann jedoch auch als eigene Erkrankung entstehen, z.B. nach einer Verletzung oder einer Operation, wenn der Körper längst wieder ausgeheilt ist.

Gibt es chronische Schmerzen ohne "Ursache"?

Bei sogenannten funktionellen Schmerzen ist es für Betroffene häufig besonders schwierig, adäquate Hilfe zu finden, da eine unmittelbar behandelbare Ursache nicht vorhanden ist und Patienten es schwer haben, in Ihrem Umfeld ernst genommen zu werden. Häufig wird der Schmerz als „Einbildung“ oder als psychisch bedingt abgetan.

Dabei ist längst bekannt, dass chronische Schmerzen keine „Einbildung“ sind, sondern für die Betroffenen und ihre familiäres und soziales Umfeld einen hohen Leidensdruck erzeugen.

Was ist eine Schmerz-erkrankung?

Wenn Ihre Schmerzen länger bestehen, als die eigentliche Ursache (Verletzung, Unfall, Operation) erwarten lässt oder Schmerzen scheinbar ohne Anlass entstanden sind und seit mindestens drei Monaten bestehen, liegt der Verdacht auf eine Schmerzerkrankung nahe.

Langanhaltende Schmerzen hinterlassen im Nervensystem ihrerseits „Schmerzspuren“ und führen zu einer erhöhten Schmerzempfind-lichkeit. Zeitnahe kompetente Hilfe wichtig ist, damit Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel depressive Verstimmungen oder Schlafstörungen erst gar nicht entstehen.

Welche Therapie-möglichkeiten gibt es?

Häufig haben Schmerzpatienten viele Unter-suchungen und Behandlungsversuche hinter sich, manchmal auch Operationen, die das Schmerzgeschehen noch verstärken können.

Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gibt es viele verschiedene Faktoren, die das Entstehen einer Schmerzerkrankung begünsti-gen, so dass der Weg der Heilung auch ein sogenanntes multimodales (vielschichtiges) Therapiesetting erfordert und alle Einfluss-faktoren (Körper, Psyche, berufliches Umfeld, vorangegangene Traumen, Persönlichkeits-merkmale) berücksichtigt und genutzt werden sollten.

Für Sie als Patientin/Patient ist folgendes wichtig:

Informationen zu Untersuchungen und Diagnose

Je besser Sie Bescheid wissen über Ihre Erkrankung und die Bedeutung Ihrer Untersuchungsergebnisse, desto leichter wird es für Sie sein, zu verstehen und zu beurteilen, was Ihnen gut tut und was wichtig und richtig ist für Ihre Genesung.

Informationen zu Untersuchungen und Diagnose
Behandlung und Begleitung

Für die Behandlung chronischer Schmerzen stehen derzeit eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten im ambulanten und im stationären Setting zur Verfügung. Auch die Kombination von Schulmedizin und alternativen Behandlungsmethoden ist häufig sinnvoll. Gute informiert können Sie entscheiden, was für Sie am besten ist.

Körper und Seele

Schmerzerleben ist individuell sehr verschieden und auch abhängig von den eigenen Ressourcen und den Erfahrungen, die Sie in Ihrem Leben gemacht haben. Gibt es große Belastungen, z.B. ein Trauma,  Schicksalsschläge, Trennungen, Todesfälle oder ungelöste Konflikte in Ihrem Leben, so kann die Schmerzschwelle deutlich erniedrigt sein. Chronische Schmerzen stellen für sich genommen eine große Belastung dar und können depressive Verstimmungen, Schlaf-störungen etc. nach sich ziehen. Meist ist es sinnvoll, sich einmal mit Hilfe eines erfahrenen Arztes oder Therapeuten anzuschauen, ob eine Behandlung auf der psychischen Ebene hilfreich sein kann.

Arbeit
und Sozialrecht

Eine chronische Erkrankung in fast immer sehr belastend für den Betroffenen und seine Familie und fast immer verändert sich dadurch auch die Leistungsfähigkeit im beruflichen Alltag. Dies kann bis zur Bedrohung der materiellen Existenz gehen. Zudem nimmt das Verständnis für die Erkrankung im Arbeitsumfeld häufig im Laufe der Zeit rapide ab. Dies wird zur zusätzlichen Belastung. Eine Beratung, welche Möglichkeiten Ihnen in der Gestaltung ihres Arbeitsverhältnisses zur Verfügung stehen, ist häufig entscheidend für ein gutes Gelingen der Genesung.

​Die Bewältigung einer chronischen Erkrankung ist selten das Ergebnis einer einzelnen Behandlung, sondern zumeist ein Entwicklungsprozess, bei dem ich Sie gerne auf allen Ebenen begleite.