Frühkindliche Regulationsstörungen

​Für die gesunde emotionale, geistige und körperliche Entwicklung braucht ein Neugeborenes eine stabile und sichere Bindungsperson, die seine Bedürfnisse feinfühlig erkennt und zeitnah erfüllt, so dass es die Welt als einen sicheren Ort erlebt und neugierig seine Umgebung erkunden kann. Im Kind entsteht durch diese Erfahrungen ein inneres Bindungssystem, an dem es sich orientieren kann.

 

Ungünstige Umstände am Beginn des Lebens können den Aufbau eines stabilen inneren emotionalen Kompasses jedoch erschweren.

 

Dazu zählen z.B.:

  • eine belastete Schwangerschaft

  • eine als schwierig erlebte Geburt

  • eine Frühgeburt mit langen Krankenhausaufenthalten und schmerzhaften medizinischen Eingriffen

  • frühe Trennungserfahrungen aufgrund einer schweren Erkrankung des Kindes oder der Mutter

  • ungelöste traumatische Erfahrungen der Eltern

  • ungünstige eigene frühkindliche Beziehungserfahrungen der Eltern

  • Belastungen in der Paarbeziehung der Eltern

 

Eltern können ihrem Baby manchmal physisch und emotional nur eingeschränkt als hilfreiche und tröstende Bindungsperson zur Verfügung stehen. Da Babys ihr Gefühlsleben noch nicht selbst regulieren können, geraten sie leicht unter Dauerstress. Daraus kann beim Kind eine sogenannte Regulationsstörung entstehen.

 

Wenn Ihr Kind häufig und untröstlich weint, nur schwer in den Schlaf findet oder ungewöhnlich oft die Nahrung verweigert, leidet es möglicherweise an einer  frühkindlichen Regulationsstörung. Hierbei gibt es verschiedene medizinische Angebote zur Hilfe. Bitte sprechen Sie mich gerne an.

"Schreibabys"
Exzessives Schreien

Lässt sich ein Kind trotz vieler Bemühungen und viel Zuwendung nur schwer beruhigen, geraten Eltern meist schnell an Ihre Belastungsgrenze. Erschöpfung und Schlafmangel werden begleitet von Unsicherheit und Zweifeln an der eigenen Kompetenz. Auch wenn die Ursachen von scheinbar untröstlichem Weinen und Schreien nicht immer leicht  zu erkennen sind, teilen die Babys den Eltern wichtige Dinge mit.

Folgen einer belasteten Schwangerschaft oder einer schwierigen Geburt können das Regulationssystem eines Babys empfindlich beeinträchtigen und somit Teil der Geschichte sein, die das Babys auf diese Weise „erzählt“. Auf familiäre Belastungen und Stress reagieren Säuglinge wie kleine Seismographen und äußern somit, dass sie belastet sind.

 

Den Grund für die Belastung zu erkennen ist der erste Schritt in Richtung zurück in ein entspanntes Familiensystem.

 

Wenn Ihr Baby mehr als drei Stunden am Tag an mehr als drei Tagen die Woche für eine Dauer von mehr als drei Wochen scheinbar untröstlich weint, oder Sie sich auch bei geringer Dauer des Weines sehr belastet fühlen, helfe ich Ihnen gerne in Form einer

Ärztlichen Beratung, einer therapeutischen Begleitung oder einer osteopathischen Behandlung.

Schlafstörung

Wenn ein Baby häufig abends nicht zur Ruhe kommt, nachts ungewöhnlich häufig aufwacht und nur mit Hilfe der Eltern wieder einschläft, können Schlafprobleme schnell die ganze Familie belasten.

Nur in seltenen Fällen steckt hinter einer Schlafstörung im Säuglings- oder Kleinkindalter eine organische Ursache. Eine Abklärung bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt wird schnell Klarheit bringen.

Für Kinder, die zu früh geboren wurden oder Kinder mit einer chronischen Erkrankungen ist es manchmal besonders schwer, zur Ruhe zu kommen, aber auch das angeborene Temperament Ihres Kindes kann eine Rolle spielen. Umweltfaktoren wie Licht und Lärm können ebenfalls einen Einfluss haben.

 

Meist lässt sich schon durch wenige Beratungstermine eine Besserung erzielen, so dass die ganze Familie wieder zur Ruhe kommen kann. Auch osteopathische Behandlungen wirken als zusätzliche Unterstützung sehr gut. Ich berate, begleite und behandle Sie und Ihr Baby gerne.

Fütterstörung

Das erfolgreiche Stillen und Füttern eines Babys oder Kleinkindes gehört zu den ureigenen Bedürfnissen einer Mutter bzw. der Eltern. Umso schneller geraten Eltern unter Druck, wenn das Füttern nicht gut gelingt.

Dabei sind Fütterstörungen ein häufiges Phänomen im ersten Lebensjahr. Betroffene Babys können Hunger nicht gut signalisieren, ermüden rasch, lassen sich leicht ablenken oder haben Schwierigkeiten beim Schlucken oder Saugen. Die Mahlzeiten dauern ungewöhnlich lange und sind mit Stress verbunden, der innere Druck steigt.

Eltern empfinden die Probleme beim Füttern möglicherweise sogar als eigenes Versagen oder fühlen sich von ihrem Kind abgelehnt. Manchmal werden auch eigene Themen, die mit Essen verbunden sind, nochmals reaktiviert und verstärken die Not der Eltern.

Wenn die Freude am Essen dauerhaft ausbleibt oder daraus sogar Familienkonflikte entstehen, brauchen Eltern kompetente fachliche Unterstützung. Häufig genügen schon wenige Beratungstermine, um wieder gelassener an die Mahlzeiten heranzugehen und Freude an den gemeinsamen Mahlzeiten zu entwickeln.

Auf dem Weg dahin unterstütze ich Sie und ihr Kind gerne.